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Geburtshilfe

Ultraschall

Die Sonografie, oder Ultraschall, ist ein bildgebendes Verfahren, das Sie ermöglicht unter anderem eine Überwachung der fetalen Entwicklung, die Feststellung von Mehrlingsschwangerschaften und des Geschlechts. Zwar werden Ultraschalluntersuchungen generell als unbedenklich für das ungeborene Kind angesehen, doch zeichnen sich trotzdem zwei gesellschaftliche Tendenzen ab: einerseits die Produktion zwei- und dreidimensionaler Aufnahmen für das Familienalbum, andererseits die Beschränkung auf die medizinisch notwendige Anzahl an Ultraschalluntersuchungen (ca. eine Untersuchung pro Trimester).

Die Sonographie oder Ultraschall ermöglicht die Visualisierung der Entwicklung des Fötus, die Diagnose einer Zwillingsschwangerschaft und das Geschlecht des Babys.

Mit hochauflösendem Ultraschall können fetale Fehlbildungen wie Herz, Gesicht, Wirbelsäule, Kopf, Gliedmaßen usw. ausgeschlossen werden.

Der früheste Ultraschall, der in der Schwangerschaft durchgeführt werden kann, ist einige Tage nach der erwarteten Menstruation.

Am Ende der 5. Schwangerschaftswoche ist der Herzschlag des Embryos zu sehen

Bis zur 9. Schwangerschaftswoche sind das Herz und die meisten Organe sowie die oberen und unteren Gliedmaßen ausgebildet.

Bereits mit dem Ultraschall festgestellte oder vermutete körperliche Besonderheiten (dazu gehören Herzfehler, Gesichts-Spalten sowie Formen von Neuralrohrfehlbildungen wie Spina bifida aperta oder Anenzephalie) können oft deutlicher mit dem 3D-Ultraschall gesehen und dementsprechend oft in ihrer Ausprägung und Behandelbarkeit besser eingeschätzt werden.

Um die 9 SSW ist die Embryonalperiode abgeschlossen, Herz und wichtige Organe sind bereits angelegt. Ebenso sind zu diesem Zeitpunkt bereits die Extremitätenknospen erkenbarr.

Ultraschall bei der Screening Down Syndrom:

Die Nackenfaltenmessung, auch Nackenfaltentransparenzmessung, Nackendichtenmessung oder auch NT-Screening genannt, ist eine besondere Form einer Ultraschalluntersuchung

Die Nackenfaltenmessung kann zwischen der 11. und der 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.

Die Nieren und das Lymphsystem sind in diesem Stadium der Schwangerschaft noch in ihrer Entwicklung, haben also ihre Arbeit noch nicht aufgenommen, so kann sich die Flüssigkeit im Nackenbereich überhaupt sammeln, sie kann noch nicht abgeleitet werden. Ab der 14. SSW bildet sich die Flüssigkeit, eben durch das ausbilden der Nieren und des Lymphsystems, zurück. Von daher ist eine Nackentransparenz in oder nach der 14. Schwangerschaftswoche nicht sinnvoll, sie liefert kein brauchbares Ergebnis.

Die Nackenfalte, welche bei der Messung untersucht wird, entsteht durch eine Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich des Ungeborenen, genau zwischen Haut und Weichteilen des Nackens.

Wenn die Hautfalte im Nacken dicker als drei Millimeter ist, weist das auf ein erhöhtes Risiko hin, dass der Fötus Chromosomenschäden wie z.B. Down-Syndrom oder einen Herzfehler haben könnte. Allerdings ist bei etwa 30 Prozent der Föten mit Down-Syndrom ein solches Nackenödem nicht erkennbar und anders herum werden viel Kinder mit „auffälligen“ Werten gesund geboren!
Bei einer verdickten Nackenfalte kann nicht immer davon ausgegangen, dass das Kind behindert sein wird. Diese Verdickungen können auch im Laufe der Entwicklung wieder verschwinden. Bei Verdacht sind weitere Untersuchungen wie z.B. eine Fruchtwasseruntersuchungnötig

In der Regel wird die Nackenfaltenmessung sinnvoller Weise in Verbindung mit dem sogenanten Triple-Test durchgeführt! Dabei werden Hormone (AFP, ß-HCG und Östradiol) im Blut der Mutter bestimmt..

Gesunde Babys weisen meist eine Nackentransparenz von 1,0 – 2,5 mm auf. Diese Werte liegen im Durchschnitt und stellen keine Besonderheit dar. Ab 3,0 mm gilt der Wert als erhöht, ab 6,0 mm als stark erhöht.

Bei einer ungewöhnlich vergrößerten Nackenfalte kann ein Ungeborenes von folgenden Besonderheiten betroffen sein:
Trisomie 10, Trisomie 13 ( Pätau-Syndrom), Trisomie 15, Trisomie 16, Trisomie 18 (Edwards-Syndrom), die wohl bekannteste Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 22, Trisomie X (Triplo-X-Syndrom), Tetrasomie 12p, Cornelia-de-Lange-Syndrom, Noonan-Syndrom, das Turner-Syndrom (Monosomie X – zum Teil sehr ausgeprägte Flüssigkeitsansammlung, die sich bei schweren Formen, bei welchen sich in der Regel ein Herzfehler – typischerweise eine Aortenisthmusstenose (Gefäßfehlbildung) – vorliegt, auch über Stirn, Rücken, Brust, Bauch und Fußrücken des Babys ausgebreitet haben kann), Smith-Lemmil-Opitz-Syndrom, Joubert-Syndrom und Multiple-Pterygien-Syndrom

Andere Ursachen, die nicht zwangsläufig, aber auch in Verbindung mit einer Chromosomenbesonderheit des Babys vorliegen können und/oder zum Teil eine besondere Auffälligkeit der Nackenfalte bedingen, sind u.a.: Herzfehler, Fehlbildung der Lungeu und des Skeletts, Verzögerte Entwicklung der Lymphgefäße, Stauungen an Gefäßen von Hals und Kopf, Bewegungsmangel des Ungeborenen, Zwerchfell- oder Nabelbruch sowie Fehlbildung an Bauchwand und an Nieren

In der darafflogende Zeit wächs der Fetus sehr schnell.

In den nächsten Wochen wächst das Baby mit enormer Geschwindigkeit. In der 14 Woche ist 14 cm lang. Vier Wochen später schon über 20 cm. Auch die Organe entwickeln sich rasant fort und die wichtige Strukturen sind im Ultraschall bereits beurteilbar.

Chromosomale Besonderheiten (beispielsweise Down-Syndrom, Edwards-Syndrom, Pätau-Syndrom) können nicht diagnostiziert werden. Lediglich bestimmte körperliche Auffälligkeiten (siehe auch: Softmarker) können Hinweise auf eine Chromosomenbesonderheit geben, sodass eine Amniozentese zur Diagnostik in Erwägung gezogen werden kann.

Das Ziel der Pränataldiagnostik ist es, Erkrankungen der werdenden Mutter und Krankheiten oder Behinderungen (z. B. Down-Syndrom / Trisomie 21) beim heranwachsenden Kind bereits frühzeitig festzustellen beziehungsweise eine individuelle Wahrscheinlichkeit zu errechnen.

Eine positive Diagnose impliziert oft einen Schwangerschaftsabbruch aus medizinischer Indikation, da eine Behandlung im Mutterleib (Therapie in utero) nur in wenigen Fällen möglich ist. Daher sind viele Untersuchungen umstritten. Ethisch fragwürdig ist unter anderem, wie ein ungeborenes Leben als lebenswert oder unlebenswert beurteilt werden kann, zumal sichere Aussagen zur nachgeburtlichen Entwicklung des Kindes nur in vergleichsweise wenigen Fällen möglich sind.

FEINULTRASCHALL, ORGANSPEZIFISCHE ULTRASCHALL IN DER 20 SCHWANGERSCHAFTSWOCHE

Mittels des Feinultraschalls, der im Zeitraum von der etwa 19. bis zur 22. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden kann, ist es theoretisch möglich, einige Entwicklungsstörungen und einige körperliche Besonderheiten beim Kind festzustellen bzw. auszuschließen. Vielfach werden beim Feinultraschall sogenannte sonografische Softmarker erkannt bzw. können näher eingeschätzt oder weitgehend ausgeschlossen werden.

Chromosomale Besonderheiten (z. B. Down-Syndrom, Edwards-Syndrom, Pätau-Syndrom) lassen sich nicht diagnostizieren. Lediglich die Kombination verschiedener körperlicher Auffälligkeiten können auf bestimmte Chromosomen besonderheiten hinweisen, sodass eine Amniozentese zur nahezu 100-prozentig sicheren Diagnose in Erwägung gezogen werden kann.

Per Ultraschall werden bestimmte Organe bzw. Organstrukturen des ungeborenen Kindes begutachtet. Dabei wird besonders auf das eventuelle Fehlen von Organanlagen, Fehlbildungen der Organe und die zeitgerechte Entwicklung der Organe geachtet

Untersucht werden insbesondere:

  • das Gesicht: Besonderheiten wären z. B. Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, ein ungewöhnlich kleiner oder großer Augenabstand oder ein ungewöhnliches Gesichtsprofil, z. B. durch ein unterentwickeltes (= hypoplastisches) Nasenbein,
  • der Kopf: Besonderheiten wären z. B. Hydrozephalie (= eine Ansammlung von Hirnflüssigkeit aufgrund einer Ableitungsstörung),Mikrozephalie (= ein zu kleiner Kopf), Anenzephalie (= eine Neuralrohrfehlbildung, gekennzeichnet durch das Fehlen von Teilen des knöchernen Schädeldachs, der Hirnhäute, der Kopfhaut und Teilen des Gehirns), Holoprosenzephalie (= eine Entwicklungsstörung des Vorderhirns und des Gesichts), eine Enzephalozele (= Hirnbruch), vergrößerte Hirnkammern (Ventrikel) oder Plexuszysten im Gehirn
  • die Extremitäten: Besonderheiten wären z. B. ein verkürzter Oberschenkelknochen (= Femur) oder ein verkürzter Oberarmknochen(= Humerus), ein unterentwickeltes (= hypoplastisches) oder fehlendes (= aplastisches) Mittelglied des fünften Fingers, eine besondere Stellung der Finger (z. B. Biegungen oder Überlagerungen), eine Form von angeborenen Hand- oder Fußfehlbildungen (=Dysmelie) oder Vielfingrigkeit (= Polydaktylie)
  • der Bauch: eine Besonderheit wäre z. B. eine Omphalocele (= Nabelschnurbruch bzw. die Nabelschnur am Baby ist sackartig aufgebläht und Bauchorgane treten durch den Nabel hervor), eine Laparoschisis (= Bauchwandspalte), eine Gastroschisis (= meist rechts vom Nabel gelegene Fehlbildung der Bauchwand mit Vorfall von Darmschlingen) oder ein Zwerchfellbruch
  • der Magen-Darm-Trakt: Besonderheiten wären z. B. Verlegungen oder Verstopfungen wie ein Darmverschluss (Duodenalstenose,Double-Bubble -Phänomen)

3-D- Ultraschall

Als 3D-Ultraschall , auch 3D-Sonografie genannt, wird die um eine Dimension erweiterte zweidimensionale Darstellung beispielsweise beiUltraschall-Untersuchungen im Rahmen der Pränataldiagnostik in der Schwangerschaft bezeichnet.

Die dreidimensionale Betrachtung (3D) ermöglicht eine räumliche Darstellung des ungeborenen Kindes bzw. einzelner Organe und Körperpartien. Der 3D-Ultraschall ist eine besondere Methode der Ultraschall-Untersuchung und unterscheidet sich für die Schwangere oder den Patienten vom Ablauf her nicht von anderen Ultraschall-Untersuchungen.

Die günstigsten Zeiträume für 3D-Aufnahmen sind von 25. bis 33. Schwangerschaftswoche . Auch frühere und spätere Untersuchungszeitpunkte sind prinzipiell möglich.

Ein um die Dimension der Zeit erweitertes Verfahren des 3D-Ultraschalls ist der 4D-Ultraschall.