
In unserer gynäkologische Sprechtunde haben wir täglich Patientinnen bei denen ein Myom entdeckt wird und immer wieder werden dieselben Fragen gestellt:
Was sind Myome der Gebärmutter? Muss ein Myom immer operiert werden?
- Ein Myom ist ein gutartiger Muskeltumor von der glatten Muskulatur des Uterus ausgehend (mesenchymale Tumoren)
- Mehr als 25% der Frauen über 30 Jahre haben Myome.
- Mehr als 99% der Myome sind gutartig, dass bedeutet dass weniger als 1% bösartig werden.
- Die bösartige Form eines Muskeltumors wird als Leiomyo- oder Rhabdomyosarkom bezeichnet.
Die meisten Myome sind Klinik symptomlos, vor allem wenn die klein sind. Myome, die nach aussen wachsen, können bis zu 20 cm groß werden und ein Druckgefühl auf dem Darm (sowie Verstopfung) oder auf der Blase auslösen, was zu Entleerungstörungen führen kann.
Die häufigsten Beschwerden sind starke Schmerzen bei der Periode (Dysmenorrhoe) und stärkere vaginale Blutungen (Hypermenorrhoe).
Myome, die in der Gebärmütter wachsen, können die Fruchtbarkeit herabsetzen und gleichtzeitig starke Schmerzen bei der Periode und stärkere Blutungen verursachen.
Die Diagnose erfolgt vorwiegend durch Ultraschall, weil man dadurch die Myome in der Platzierung (in der Gebärmutterwand, subserös, intraligmentär, usw), Form und Grösse unterscheiden kann. Durch die Dokumentierung kann man die Ergebnisse in regelmässigen Abständen vergleichen.

Komplikationen
- Akute Bauchschmerzen bei Stieldrehung eines Myoms
- Starke Periodenblutungen bei Myomen, die in dem Cavum uteri wachsen, oder schmerzhafte Regelschmerzen
Behandlung
- Solange die Myome nicht schnell wachsen und keine Beschwerden verursachen ist eine halbjährliche Kontrolle empfehlenswert.
- Bei Auftreten von starken Regelschmerzen oder Blutungen gibt es die Möglichkeit einer Behandlung durch Hormontherapie.
- Bei weiterer grosser Zunahme und persistierender Blutungen ist eine operative Entfernung eines Myoms fast immer durch Laparoskopie möglich, vor allem wenn die Frau einen Kinderwunsch hat. Sogar die Gebärmutterentfernung oder totale Hysterektomie (minimale invasive Chirugie) kann man durch laparoskopisch durchführen.
- durch Medikamente, z.B. acetato de Uliprista. Das Medikament kann die Blutungen in 80 % reduzieren und die Myome werden klein.
Die Grösse eines Myoms allein ist nicht klar eine Indikation zu operativen Entfernung.
Das Wachstum der Myome ist normalerweiser hormonabhängig und reicht daher bis an die Menoapuse. Nach den Wechseljahren können Myome daher durch das Fehlen der Hormone von selber wieder kleiner werden.
Die Entartung der Myome ist sehr selten (weniger als 1%). Im Schnitt hat jede dritte Frau Myome; deswegen sollte man sich keine grosse Sorgen machen wenn bei einer Routineuntersuchung ein Myom entdeckt wird. Wenn das Myom sich verändert oder Beschwerden bringt (Schmerzen, starke Periodenschmerzen oder Blutungen) kann es operativ entfernt werden wenn keine andere Therapie hilft ( z.B. Hormontherapie). Kleine Myome, die keine Probleme machen, sollte man in Ruhe lassen, denn sie werden nach den Wechseljahren sogar kleiner.